Fuerteventura entdecken mit der Mein Schiff 2

Der letzte Hafen auf unserer Kanarenkreuzfahrt mit der Mein Schiff 2 war Puerto del Rosario auf Fuerteventura. Fuerteventura ist die zweitgrößte Insel der Kanaren und vulkanischen Ursprungs. Sie wird liebevoll auch Fuerte genannt und ist nicht ohne Grund ein beliebtes Reiseziel. Ich verbinde mit Fuerteventura wüstenähnliche Landschaften, Sandstrände und Vulkangestein. Ich habe mich besonders auf diesen Stopp gefreut, da ich bisher auf meinen Reisen zu den kanarischen Inseln noch nie eine Route erwischt hatte, bei der das Kreuzfahrtschiff auf Fuerteventura hält. Fuerte war also Premiere für mich.

TUI Cruises bot vormittags und nachmittags mehrere Ausflüge auf Fuerteventura an. Im Angebot gab es Ausflüge u.a. ins Inselinnere, Strandvergnügen, Wanderungen oder Shoppintouren an. Um euch mal einen Einblick in das Angebot zu geben, hier ein paar Beispiele: Shopping in Corralejo (4 Stunden für 23 Euro), eine Katamaranfahrt vor Fuerteventura (5,5 Stunden für 75 Euro), eine Triketour (2 Stunden für 139 Euro), einen Aloe-Vera Workshop (3 Stunden für 35 Euro) und auch eine Fahrt mit dem Geländewagen. Ich entschloss mich zur Fahrt mit dem Geländewagen am Morgen. Dieser Ausflug kostete 65 Euro pro Person und dauerte vier Stunden.

Puerto del Rosario: Der erste Eindruck vom Hafen

Als wir morgens in den kleinen Hafen von Puerto del Rosario im Osten der Insel mit der Mein Schiff 2 einliefen, glitzerten die ersten Sonnenstrahlen zwischen den Segelyachten und Fischerbooten im Hafen und brachten die weißen Häuser am Ufer zum Strahlen. Am Ende der recht neuen Mole war bereits der erste Ausflugsbus zu sehen und man konnte den kurzen Weg nach links bis in die Stadt zu erkennen. Ich konnte auch links eine Promenade mit einem Sandstrand in unmittelbarer Laufnähe am Ende des kleinen Hafenbeckens entdecken und freute mich auf den Tag auf der Insel. Für alle, die keinen Ausflug buchen wollen, schon mal zwei Tipps was ihr auf eigene Faust unternehmen könnt:

  1. Der kleine weiße Sandstrand Playa Chica ist etwa 400 Meter vom Kreuzfahrthafen (muelle de Cruceros) entfernt und ist zum Baden geeignet. Bei gutem Wetter könnt ihr mit einem Handtuch und Sonnencreme hier super einen Strandtag verbringen.
  2. Es gibt auch eine Shopping Mall in der Nähe des Hafens. Die Mall Las Rotondas ist etwa 1 km vom Kreuzfahrthafen entfernt und ihr könnt in ca. 15 Minuten hinlaufen. Am einfachsten ist es, wenn ihr am Ende der Mole nach links in Richtung Av. Reyes de España geht und dann dieser bis zum Strand folgt. Am Strand kommt dann ein Kreisel. Ihr geht durch den Kreisverkehr bis zur Ausfahrt Calle Duero. Auf dieser Straße lauft ihr dann geradeaus bis rechts die Mall kommt. In der Mall gab es viele schöne Geschäfte und Restaurants. Ihr könnt hier also ausgiebig einkaufen.

Aber für mich war heute weder Strand noch Shopping angesagt, sondern ein aufregender Tag mit dem Geländewagen. Deshalb ging ich schon früh von Bord, um Fuerte zu erkunden.

Was erwartet mich bei der Offroadfahrt mit dem Geländewagen in den Norden von Fuerteventura?

Die Offroadfahrt mit dem Geländewagen in den Norden von Fuerteventura begann früh morgens. Der Treffpunkt an Bord für den Start des Ausfluges stand auf dem Ausflugsticket. Wir gingen also gegen acht Uhr zum angegebenen Treffpunkt. Dort warteten bereits mehrere Mitreisende und eine Mitarbeiterin vom Landausflügeteam. Hier bekamen wir den Jeep zugeteilt, in dem wir den Ausflug machen würden. Pro Jeep gab es eine Gruppe von sechs Personen. Wir waren in Jeep D.

Nachdem alle verteilt waren, gingen wir gemeinsam von Bord und die Mole entlang bis zum Parkplatz mit den Geländewagen. Es waren sechs weiße Landrover Discovery Geländewagen mit blauen Planen. An dieser Stelle ich drei wertvolle Tipps für euch:

  • Nehmt einen Schal und einen Hut oder eine Mütze mit, da es sehr windig bei der Fahrt ist, wenn das Verdeck offen ist.
  • Auch Sonnenschutz solltet ihr nicht vergessen, den bei offenem Verdeck könnt ihr euch schnell einen Sonnenbrand holen.
  • Festes Schuhwerk oder Turnschuhe sind auch wichtig, um bei den Fotostopps im Gelände rumlaufen zu können.

In jedem Landrover saßen zwei Personen hinten (auf Sitzen im Kofferraum), drei auf der Rückbank und eine Person vorne beim Fahrer. Wir hatten Glück, denn zwei Personen kamen nicht, so dass wir zu viert bequem im Wagen saßen. Natürlich konnte man sich überall anschnallen und man konnte von jedem Platz gut sehen. Wenn man zu dritt auf der Rücksitzbank sitzt könnte es jedoch etwas eng sein. Dann ging es los. Unser Fahrer sprach nur Spanisch und Englisch, es gab jedoch einen Reiseleiter in einem der anderen Geländewagen, der zu Beginn und bei jedem Stopp auch alles auf Deutsch erklärte. Die Geländewagen fuhren in einer Kolonne aus dem Hafenbereich über die Landstraße Richtung Norden zu unserem ersten Stopp.

Die goldenen Sanddünen von Corralejo

Der erste Stopp war das 20 Quadratkilometer große Wanderdünengebiet El Jable – Las Dunas de Corralejo. Es steht unter Naturschutz und ist ständig in Bewegung. Unser Fahrer erklärte uns, dass morgens oft die Straßen vom Sand verweht sind und sie immer wieder frei geräumt werden müssen. Wir stiegen aus den Wagen aus und erkletterten die Sanddünen. Es war ein echtes Wüstenfeeling. Die Schuhe voller feinem Sand kletterten wir glücklich die Dünen hoch und blickten aufs Meer. Es war traumhaft schön und die Zeit bis wir wieder einsteigen mussten verging wie im Flug.

Von hier ging es dann Offroad auf der steinigen Lavapiste durch die Vulkanlandschaft von Fuerteventura weiter und wir waren mitten drin im Abenteuer. Links und rechts vom Wagen entstanden Staubwolken, während wir über die unebene Lavalandschaft im rasanten Tempo hoch und runterfuhren. Spätestens jetzt wusste ich, warum der Ausflug nicht für Personen mit Rückenbeschwerden geeignet war. Während die Wagen über die holprige Vulkanlandschaft rasten, wurden wir kräftig auf unseren Sitzen durchgeschüttelt, aber es hat unheimlich viel Spaß gemacht.

El Cotillo – Küste im Norden von Fuerteventura

Wir erreichten als zweiten Stopp die Küste von El Cotillo. Rund um den Fischerort gibt es mehrere kleine Buchten. Wir hielten am Strand Playa de La Concha, der in einem hufeisenförmigen natürlichen Riff liegt und einer der berühmtesten Strände von Fuerteventura ist. An diesem Stopp hatten wir 40 Minuten Zeit. Es gab auch einen kleinen Kiosk, an dem wir Getränke und einen Snack kaufen konnten. Leider war es zu kalt zum Baden. Das wäre perfekt gewesen. Bei gutem Wetter also Badesachen und ein Handtuch mitnehmen. Wir gingen stattdessen am Strand spazieren und genossen die Zeit.

Am Playa de La Concha gab es viele sehr schöne, mit Lavasteinen gebaute, kleine Steinmauern im Sand. Da es sehr windig war, setzten wir uns in eine dieser Steinmauern in den Sand und konnten so vor dem Wind geschützt die Aussicht aufs Meer genießen. Später erfuhren wir, dass diese Mauern Corralitos heißen und von den Bewohnern angelegt wurden, um genau das zu tun: sich vor dem Wind zu schützen und sich zurückziehen.

Dann ging es weiter nach El Testón. Auf dem Weg kamen wir an einem kleinen Walskelett vorbei. Es gehört zu dem Projekt “Senda de los Cetáceos” (“Der Pfad der Meeressäuger”), bei dem die Inselverwaltung überall an der Küste von Fuerteventura Skelette von Meeressäugern ausstellt. Unser Fahrer erzählte uns, dass das Walskelett in El Cotillo ein circa sechs Meter großes Skelett eines Cuvier-Schnabelwals sei. Wir haben es uns nur im Vorbeifahren angesehen und waren sehr beeindruckt.

Fuerteventuras Nordwestküste und Montaña de Tindaya

Dann ging es wieder weiter die Nordwestküste entlang bis wir an der Steilküste einen Stopp mit Blick auf die Strände Esquinzo und Águila bekamen. Die großen Wellen in diesen riesen Buchten mit hellem Sandstrand sind unheimlich beeindruckend und wir bekamen schnell eine Idee davon, warum diese Gegend bei Surfern so beliebt ist.

Als nächstes hielten wir dann an der Bar Maria in Tindaya mit Blick auf den Berg Tindaya. Der Montaña de Tindaya ist ein heiliger Berg und eines der Naturdenkmäler von Fuerteventura. Er liegt mitten in einem Naturschutzgebiet und der Reiseführer erzählte, dass mehrere Mythen sich um den Berg ranken. Die Bar ist eher unspektakulär, aber es gibt einen ganz guten Kaffee, den wir im Stehen an der Theke getrunken haben und vor der Bar konnten wir ein paar Bilder vom Berg machen. Eine kleine Stärkung und ein schönes Foto. Das war ein netter Stopp, aber sicherlich nicht das Highlight der Tour.

Vallebrón

Nun ging es weiter zu unserem letzten Stopp auf der Offroad Tour. Wir fuhren zu einem Aussichtspunkt auf das Vallebrón Gebirge. Hier hatten wir einen sensationellen Ausblick auf die Täler des Gebirges und konnten mit diesem Eindruck unsere facettenreiche Erkundungstour über Fuerteventura abschließen.

Hier verabschiedeten sich auch bereits alle Fahrer von uns, bevor es noch einmal mit vollem Offroadspaß über die Vulkanpisten Richtung Hafen zurückging. Angekommen am Hafen begrüßte uns bei strahlendem Sonnenschein, die im türkisfarbenem Wasser liegende Mein Schiff 2. Insgesamt hat sich der Ausflug wirklich gelohnt. Wir haben viel von Fuerteventuras Norden gesehen und dadurch, dass der Ausflug nur 4 Stunden dauerte, blieb auch noch genug Zeit um einen Nachmittag in der Sonne an Deck zu verbringen.

 

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