Willkommen an Bord der MS Berlin

Eine 11-tägige Kreuzfahrt an Bord der MS Berlin lag vor uns und wir waren schon unheimlich gespannt, was uns an Bord dieses klassischen Kreuzfahrtschiffes erwartet. Bereits im Jahr 1980 fand der Stapellauf statt und die Berlin war seitdem sogar viele Jahre das berühmte Traumschiff im deutschen Fernsehen. Jetzt hieß es Ahoi Berlin! Und zwar ab Venedig in das wunderschöne Mittelmeer.

Ankunft in Venedig

Angekommen am Flughafen von Venedig, nahmen wir dieses Mal das Alilaguna Schnellboot bis zum Hafenanleger. Die Linea Blu verbindet den Flughafen Marco Polo mit dem Kreuzfahrtterminal. Die Fahrt dauert zwar knapp zwei Stunden, dafür kommt man an vielen Inseln von Venedig vorbei, wie beispielsweise an der Insel Murano, und hat eine wundervolle Aussicht auf den Markusplatz. An diesem Tag war es unheimlich neblig, man konnte also leider nicht viel sehen und oftmals nur die Umrisse der Häuser erkennen.

Kurz vor der Ankunft am Kreuzfahrtterminal, sahen wir bereits drei große Kreuzfahrtschiffe im Nebel aufragen. Während wir näherkamen, wich der Nebel und die Sicht auf die Schiffe wurde klarer. Dort lagen die Pacific Princess und zwei Schiffe von Viking Cruises. Die MS Berlin war aber noch nicht in Sicht.

Auf zur Berlin

Wir gingen also an Land und machten uns auf die Suche nach der MS Berlin. Mehrere Schilder führten uns zum hintersten Anleger, jedoch sahen wir hinter den Häusern kein Schiff emporragen. Die Suche nach dem kleinen Kreuzfahrtschiff war endlich beendet, als wir die Berlin vor uns entdeckten. Sie war kleiner als jedes Schiff auf dem wir bisher waren.

Zunächst kamen wir in eine Empfangshalle vor dem Schiff, in der die Bordkarten vergeben wurden, ein Willkommensfoto gemacht und das Gepäck geprüft wurde. Dann ging es an Bord. Kaum haben wir die Gangway betreten, wurden wir ganz persönlich von Bettina, eine der Reiseleiterinnen, und anschließend auch vom Kreuzfahrtdirektor Stelios Vafiadis begrüßt. Nach dem Händeschütteln und einem kleinen Glas Saft, betraten wir das Innere der Berlin. Ein schöner Start für die Kreuzfahrt.

Die Kabine

Eine Kabinenstewardess begleitete uns sofort die Treppen hinunter auf das A-Deck und führte uns zur Kabine 341 unmittelbar neben dem Ausflugsbüro und nur wenige Schritte entfernt vom Hauptrestaurant. Sie öffnete die Kabinentür und ließ uns allein. Ein Blick zurück zur Tür machte uns klar, dass hier keine Plastikkarte zum Öffnen der Tür dienen würde. Es gab noch echte Schlüssel mit großem Holzbehang als Kabinenschlüssel. Das ist zwar wunderschön nostalgisch, aber auch sehr unpraktisch für die Damenhandtasche oder die Hosentaschen der Herren. Wir verstanden schnell, warum alle Passagiere die Schlüssel vor dem Landgang an der Rezeption abgaben. Das war für uns bisher auch neu, denn die Plastikkarte zur Identifikation diente bisher auch immer als Türschlüsselkarte. Hier an Bord brauchte man nun Plastikkarte und Türschlüssel.

Wir sahen uns kurz in der Kabine um, denn viel Platz zum Drehen und Wenden war nicht. Die Select Außen Kabine war sehr überschaubar. Es gab rechts neben der Tür eine Garderobenstange und einen kleinen Stuhl, daneben einen zweitürigen Kleiderschrank mit genug Stauraum für zwei Personen, allerdings ohne Safe und gegenüber davon die Tür zum Badezimmer. Leider gab es keine Hausschuhe, also am besten im Gepäck eigene Hausschuhe mitbringen.

Im hinteren Teil der Kabine gab es links eine Kommode mit abschließbaren Schubladen, auf dem ein Fernseher stand, eine weitere Kommode rechts, in der ein kleiner Kühlschrank eingebaut war, zwei Einzelbetten und ein Beistelltisch aus Glas. Auf dem Beistelltisch steht eine 1,5 Liter Flasche Wasser, die man für 3,10 Euro trinken kann. Mittig gab es zwei kleine Fenster mit Blick über das Meer. Die Kabine erinnerte uns sehr an eine Mischung aus großem Kreuzfahrtschiff und Fähre. Insgesamt wirkte die Kabine etwas altmodisch und in die Jahre gekommen.

Das Badezimmer war gut geräumig. Es gab jede Menge Abstellfläche über der Toilette im Regal und auch neben dem Waschbecken. Das hat man nicht auf jedem Kreuzfahrtschiff, daher waren wir sehr positiv überrascht. Die Dusche war ausreichend groß. Es gab einige Toilettenartikel, drei Packungen Kosmetiktücher und eine große Flasche mit flüssiger Duschseife in der Duschkabine. Die Lüftung im Bad war leider völlig verstaubt. Alles in allem war die Kabine aber gut durchlüftet, es war nie zu kalt und die Betten waren sehr bequem.

Doch es gab auch ein paar Mankos. Zum einen mangelte es an Sauberkeit im Bad, im Kleiderschrank und rund um die Betten. Ziemlich störend war auch der wiederkehrende Gestank aus dem Bad sowie die nur manchmal funktionierende Toilettenspülung. Auch nicht ganz so schön war, dass man die Lautstärke der Durchsagen am Kopfende der Betten nicht regulieren konnte. Spätestens um 9 Uhr weckte uns jeden Morgen die Stimme von Stelios, dem Kreuzfahrtdirektor. Zwar waren seine Durchsagen stets fröhlich und auch des Öfteren von Gesang oder Liedern begleitet, aber man musste sich die ersten Tage doch daran gewöhnen.

Das Hauptrestaurant

Am Abend gab es Essen im Hauptrestaurant und auch Buffet im Verandah Restaurant. Wir entschieden uns für das Hauptrestaurant und waren sehr positiv überrascht. Das Restaurant hatte ein schönes maritimes Design und es gab zahlreiche Tische mit verschiedenen Größen. Wir saßen an einem 6er Tisch zusammen mit einem auf diesem Schiff schon eher jüngerem Ehepaar in den Sechzigern aus Süddeutschland und einem gebürtigen Italiener aus Hamburg. Unsere Tischnachbarn erwiesen sich als unheimlich freundlich und unterhaltsam. Wir waren ein tolles Team und saßen regelmäßig auch in den Shows oder beim Mittagessen im Buffetrestaurant zusammen. Sogar an Land machten wir den einen oder anderen Ausflug durch die Stadt zusammen.

Auch an Bord der MS Berlin ist das Bordpersonal hauptsächlich aus Indonesien und den Philippinen. Wie immer, gab es einen Kellner für das Essen und einen für die Getränke. Wir hatten zwei sehr freundliche Kellner, die etwas Deutsch verstanden und uns nach einigen Tagen bereits ganz gut kannten. Das Essen war abwechslungsreich und die Qualität der Speisen war ausgesprochen gut. Man konnte sich durch das Menü schlemmen und jeden Tag neue Köstlichkeiten probieren.

Das Menü beinhaltet eine kalte Vorspeise, einen Salat, ein bis zwei Suppen, eine warme Vorspeise, drei bis vier Hauptgänge und vier Dessertvarianten. Neben einem Fisch- und Fleischgericht als Hauptgang, gibt es auch immer ein vegetarisches und oftmals ein „traditionell regionales“ Gericht. Die Dessertauswahl besteht immer aus einem Eis, frischen Früchten, einem Käseteller und einer weiteren Köstlichkeit, wie z.B. Schokoladenmousse mit Mint Sauce. Zu beklagen gab es eigentlich nichts, nur die Eiskugeln beim Dessert hätten etwas größer ausfallen können.

Schade war nur, dass man keine Cocktails aus dem Getränkepaket im Hauptrestaurant bekommt, obwohl das eigentlich inklusive sein müsste. Dafür tranken wir dann den Hauswein und Wasser beim Abendessen. Am Ende der Reise hatte uns unser freundlicher Kellner sogar auf Wunsch alle Menükarten der Reise zusammengestellt und zum Abschied mitgegeben. Eine wirklich aufmerksame Geste.

Das Verandah Restaurant

Im Verandah Restaurant gab es drei Mal am Tag ein tolles Buffet mit guter Auswahl. Zwischendurch gab es noch einen Vormittagssnack mit Pizza, Pasta und Suppe sowie am Nachmittag Kuchen, Kekse und Sandwiches. Drinnen gab es immer kostenlos Apfel- und Cranberrysaft, Eiswasser, Tee und Kaffee (auch entkoffeiniert). Auch beim Buffet war das Essen sehr gut.

Das Verandah Restaurant ist in einen Außen- und Innenbereich aufgeteilt. Draußen gab es eine Getränketheke mit Getränkekarte und sogar eine live cooking Station, an der morgens Pfannkuchen, Omelett und Waffeln zubereitet und mittags sowie abends Fisch und Fleisch gegrillt werden.

Besonders schön war an diesem Restaurant, dass man auch draußen sitzen und essen konnte. Eine Waffel zum Frühstück mit Meerblick zum Beispiel. Ein absoluter Traum. So wurde das Verandah Restaurant der Dreh- und Angelpunkt für die Gäste an Bord der MS Berlin. Es gab einen überdachten Bereich mit Heizstrahlern an der Decke und einen Sitzbereich im Freien mit Blick auf die Umgebung und das Meer. So wurde diese schöne Ecke eine unserer absoluten Lieblingsplätze an Bord und hat es sogar in die TOP 10 Aktivitäten an Bord geschafft.

Wenn man ein „All inclusive“ Getränkepaket für 24 Euro pro Person und Nacht dazu bucht, kann man hier ab 10 Uhr den ganzen Tag lang Säfte, Sekt, Cocktails (auch alkoholfrei), Bier und Wein trinken und das Meer beobachten. Getränke wie Tonic Water, Bitter Lemon, alkoholfreies Bier oder auch Markengetränke wie Bionade oder Red Bull sind leider nicht im Getränkepaket enthalten. Das Getränkepaket gilt auch nicht für das Wasser auf der Kabine.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist nur der kleine Pool mit Dusche inmitten des Sitzbereiches des Verandah Restaurants. Da der schöne Sitzbereich nur bei Sturm und kaltem Wind leer bleibt, hat man kaum eine Chance, ungestört eine Runde inmitten der speisenden Passagiere zu plantschen. Richtig schwimmen kann man in dem ovalförmigen Pool ohnehin nicht. Dieser war allerdings auf unserer Reise bereits nach zwei Tagen kaputt, daher hatten wir keine Gelegenheit ihn auszuprobieren.

Das Unterhaltungsprogramm

Trotz der kleinen Größe der MS Berlin, hat die Crew an Bord ein schönes Unterhaltungsprogramm zu bieten. Das Tagesprogramm inkludiert morgens bereits den täglichen Frühsport, Lektorate mit Wissenswertem zu den nächsten Häfen, Italienischkurse, Livemusik, Tanzkurse, Kaffee- und Teestunden für Alleinreisende, Bingo-Nachmittage oder auch mal einen Tuchbindeworkshop. Am letzten Seetag konnte man sogar die Brücke besuchen. Abends gibt es in der Sirocco Lounge auch immer eine schöne Show vom Entertainment-Team oder Livemusik.

Man kann sich gut den ganzen Tag an Bord der MS Berlin mit den Aktivitäten an Bord beschäftigen oder man verbringt einfach ein paar Stunden in der Bibliothek oder auf dem Außendeck in der Sonne. In unserem Beitrag TOP 10 Aktivitäten an Bord der MS Berlin findet ihr unsere persönlichen Highlights für einen perfekten Tag an Bord.

Hoffentlich gibt euch dieser Beitrag einen kleinen Eindruck vom Reisen an Bord der MS Berlin. Bald gibt es auch ein schönes Video von unseren Erlebnissen an Bord und an Land.

 


Vielen Dank an FTI Cruises GmbH für die tolle Reise mit der MS Berlin. Der Beitrag ist nicht gesponsert.

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