5 Ausflugstipps, um Madeira zu entdecken

View on Madeira port

Wir erreichten Madeira bereits kurz vor Mitternacht am ersten Seetag. Der nächste Tag erwartete uns mit strahlendem Sonnenschein. Und nicht nur das, es war sogar Veilchendienstag in Funchal. Wir hatten den ganzen Tag Zeit, um Madeira zu erkunden, weil die Mein Schiff 2 bis zum nächsten Tag hier vor Anker liegen sollte.

Madeira bietet eine vielfältige Flora und wird daher auch Blumeninsel genannt. Doch was unternimmt man auf der Blumeninsel am besten? Es gibt so viel zu sehen und zu entdecken. Deshalb werde ich mit euch meine 5 Tipps zur Erkundung von Madeira teilen. Zuletzt werde ich euch noch meine Eindrücke vom Karneval auf Madeira schildern. Los geht es mit meinen Tipps:

  1. Wale und Delfine beobachten

Um Madeira herum leben über das Jahr verteilt die verschiedensten Walarten, Delfinarten, Mönchsrobben, Schildkröten und andere Meeresbewohner. Überall in Funchal findet man im Hafen Angebote für Ausflüge auf das Meer, um die Tiere zu entdecken und zu bestaunen. Ich hatte mich dazu entschlossen, einen Ausflug mit TUI Cruises zu buchen. Der Ausflug „Mit dem RIB-Boot zu Walen und Delfinen“ dauerte 3 Stunden und kostete 69 Euro pro Person. Morgens um 08:15 Uhr ging es mit dem Bus los auf eine kurze Fahrt an das andere Ende des Hafens von Funchal. Dort gab es zunächst im Büro der Bootsagentur eine kurze Einweisung in die Sicherheitsvorkehrungen und spannende Infos zu den Tieren, die rund um die Insel leben.

Dann ging es mit einem RIB-Boot auf das Meer hinaus. RIB-Boote sind kleine Schlauchboote, die schnell über das Wasser düsen können. Im Boot saßen alle hintereinander in zwei langen Reihen auf dicken, gepolsterten Balken. Die Plätze waren mit Lehnen und Haltegriffen ausgestattet und gewappnet mit einer Schwimmweste fuhren wir rasant aufs Meer hinaus. Begleitet wurden wir vom Bootsführer und einer Mitarbeiterin, die die Tiere bei Sichtung zeigte und kurze Erklärungen gab.

Sie erklärte uns auch, dass in den Bergen zwei weitere „Spotter“ saßen, die den Bootsführer per Handy in die Nähe der gesichteten Tiere lotste. Zum Glück hatte ich eine Mütze und einen Schal dabei, da es trotz Sonne, sehr windig und kalt war auf dem Boot. Aber leider hatte ich nicht an eine Regenhose und –Jacke gedacht. Aufgrund der Geschwindigkeit und des Wellengangs spritzte viel Wasser hoch und je nach Sitzplatz wurde man pitschnass. Und damit meine ich tatsächlich pitschnass.

Entschädigt von der Nässe und dem kalten Wind, wurden wir durch die vielen wundervollen Delfine, die wir während der Fahrt gesehen haben. Unter anderem auch eine Mutter mit Babydelfin ganz nah am Boot. Das war vielleicht süß. Auch die Fahrt entlang der Steilküste zurück zum Hafen ist ein Traum und bietet eine ungewohnte und tolle Perspektive auf die Küste.

Ein besonderes Erlebnis war dann noch die Sichtung einer Mönchsrobbe auf dem Rückweg. Wir trafen dieses sehr seltene Tier an einer wohl für die Sichtung eher ungewöhnlichen Stelle. Die Robbe war wohl genauso überrascht wie wir. Sie schaute sich das abrupte Bremsmanöver des Bootes und die Begeisterung unserer Führerin kurz ganz interessiert an, um dann schnell abzutauchen. Es gibt nur noch wenige Mönchsroben, die im Naturschutzgebiet der Ilhas Desertas Inseln vor Madeira leben. Somit ist es eine echte Seltenheit diese zu sehen. Leider war die Robbe für ein Foto zu flink. Aber es war auf jeden Fall einzigartig sie zu sehen und ein Ausgleich für die leider nicht aufgetauchten Wale. Für mich war die Bootstour ein super Erlebnis und mein absolutes Tageshighlight.

  1. Mit der Seilbahn nach Monte fahren

Ein Highlight in Funchal ist natürlich auch die Fahrt mit der Seilbahn nach Monte. Die Seilbahnstation befindet sich am anderen Ende des Hafens von Funchal und eine einfache Fahrt kostet 10 Euro. Hin und zurück kostet die Fahrt 15 Euro. Monte ist ein kleiner Ort mit Wallfahrtskirche und botanischem Garten. Von hier aus kann man außerdem einen wundervollen Blick auf Funchal genießen.

Nach unten führen allerdings mehrere Wege: entweder man fährt mit der Seilbahn wieder zurück oder man nimmt einen Korbschlitten. Wie, einen Korbschlitten, werden sich einige von euch jetzt fragen. Bereits im 19. Jahrhundert wurden Korbschlitten genutzt, um ins Tal hinunter zu fahren. Man setzt sich in den Korbschlitten mit Holzkufen und wird von zwei traditionell in Leinen gekleideten Männern gefahren. Diese stellen sich auf die Kufen und bremsen den Schlitten in den kurvigen Straßen mit ihren Gummisohlen.

Die Fahrt im Korbschlitten wurde von Ernest Hemingway einst als eines der aufregendsten Erlebnisse seines Lebens beschrieben. Wenn ihr also Hemingwayfans seid oder wie er einfach mal etwas Besonderes erleben möchtet, dann solltet ihr euch diese Fahrt vom Villenvorort hinunter ins Tal nicht entgehen lassen. Vor einigen Jahren war ich bereits einmal auf Madeira und habe dabei einen der vorbeirasenden Schlitten gesehen. Hemingway scheint mir bei seiner erlebnisreichen Beschreibung nicht übertrieben zu haben.

  1. Durch die Altstadt von Funchal schlendern und die Markthalle besuchen

Wirklich schön ist auch ein Spaziergang entlang der Hauptstraße von Funchal und in einem Café einen Portwein zu probieren. Anschließend kann man dann die Markthalle besuchen. Die Markthalle (Mercado dos Lavradores) ist mein persönliches „Must-see“ in Funchal und ich besuche sie immer, wenn ich hier bin. Ich liebe einfach Markthallen. Hier gibt es nicht nur wunderschöne Blumen der Insel zu sehen, sondern auch jede Menge Obst und Gemüsesorten zu entdecken und zu probieren. Und probieren solltet ihr auf jeden Fall auch eine frische Cherimoya. Außerdem gibt es süßsaure Tomaten, Orangenmaracuja, kleine Bananen und viele andere Leckereien. Die Händler bieten immer Kostproben der frisch aufgeschnittenen Früchte an. Traut euch! Alles ist wahnsinnig frisch und lecker.

  1. Mit einem Doppeldeckerbus eine Stadtrundfahrt machen

Direkt am Hafenbecken fahren verschiedene Doppeldeckerbusse ab. Mit diesen Hop-on-Hop-Off-Bussen könnt Ihr Funchal und je nach Route auch einen Teil der Küste entdecken. Eine schnelle und einfache Art, um sich erstmal einen Überblick zu verschaffen. Auf einer früheren Reise habe ich die Fahrt mit dem Hop-on Hop-Off-Bus ausprobiert. Für ca. 12 Euro bekam ich einen guten ersten Eindruck von der Insel.

  1. Das Museum von Christiano Ronaldo besuchen

Für Fußballfans ein Muss. Direkt am Hafen befindet sich das Museum von Christiano Ronaldo, der auf Madeira geboren wurde. Das Museum CR7 habe ich bereits vom Schiff aus gesehen. Das rote, flache Gebäude ist gut zu erkennen und in nur 10 Minuten erreicht man das Museum fußläufig vom Hafen. Bereits vor dem Eingang steht eine überlebensgroße Statue von Christiano Ronaldo. Wer mehr erfahren möchte, kann für 5 Euro Eintritt das Museum besuchen.

Exkurs: Karneval auf Madeira

Auf Madeira wird, wie auf den anderen kanarischen Inseln auch, Karneval gefeiert. Ähnlich wie in Rio, finden hier die prunkvollsten Paraden statt. Leider waren diese bereits am Wochenende vor unserer Ankunft. Ich hatte aber die Gelegenheit den sogenannten Tölpelumzug (also Teilnahme für jeden, der will) zu sehen. Er fand nachmittags ab ca 16 Uhr direkt auf der Hafenpromenade in Funchal statt. Es gab mehrere Wagen und verschiedene kostümierte Gruppen, die die Promenade mit Musik und bunten Farben in eine wunderbare Karnevalwelt verwandelten. Natürlich ist der Tölpelumzug nicht so festlich, wie die großen Paraden, aber trotzdem sehenswert. Alleine die vielen kostümierten Kinder und Erwachsenen am Straßenrand die dem Umzug zusahen, waren es Wert, dort Zeit zu verbringen.

Das waren meine 5 Ausflugstipps für einen Tag auf Madeira. Es gibt aber noch viel mehr zu entdecken. Ihr könnt durch den wunderschönen Botanischen Garten schlendern, eine Weinprobe machen, Ausflüge ins Hinterland und Wanderungen unternehmen, einen Strand besuchen oder einfach nur shoppen und Essen gehen. Auf jeden Fall kommen wir wieder und freuen uns schon auf das nächste Madeira-Abenteuer.

 

 

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